
Auch in ihrer täglichen Arbeit erlebt die TGS-H eine Zunahme offene Anfeindungen gegen Menschen mit Migrationshintergrund. Neben bekannte Formen des Alltagsrassismus, von denen sehr viele Menschen seit jeher betroffen sind, treten im öffentlichen Diskurs rund um die Corona-Pandemie neuerdings neue rassistische Denkstrukturen auf. So werden völlig undifferenziert und ohne einen Blick für gesellschaftliche Realitäten z.B. hohe Infektionszahlen in einen nicht vorhandenen Kausalzusammenhang mit dem Vorhandensein eines Migrationshintergrundes gesetzt. Hierbei zeigt sich erneut, wie rassistische Stereotype von einer umfassenden Betrachtung vielfältiger gesellschaftlicher Herausforderungen abzulenken vermögen.
„Sehr viele Mitmenschen, die unter prekären Umständen privat leben wie beruflich arbeiten müssen, sind ungleich höheren Risiken dauerhaft ausgesetzt als diejenigen, die unter viel privilegierteren Umständen leben und so wesentlich geeignetere Maßnahmen ergreifen können, um sich und Dritte vor dem Virus effektiv zu schützen. Hier ist die soziale Schichtzugehörigkeit der Betroffenen viel relevanter, als die jeweilige Herkunft der Personen, die lediglich vorgeschoben wird, um rassistische Vorurteile, die weiterhin in unserer Gesellschaft existieren, zu bedienen und sich zugleich nicht mit dauerhaften Problemen, die auch ohne die Pandemie existieren, ernsthaft und lösungsorientiert auseinandersetzen zu müssen“, führt der Landesvorsitzende der TGS-H weiter aus.