Erfolgreiche Dialogveranstaltung: „Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart“ in Kiel


Sinti Roma 2 Die Dialogveranstaltung „Sinti und Roma in Geschichte und Gegenwart“, die am 08. April 2026 in den Räumlichkeiten der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V. stattfand, war ein voller Erfolg und stieß auf großes Interesse in Politik, Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit.

Zahlreiche Gäste folgten der Einladung der Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Schleswig-Holstein (MIA SH), um sich über die Geschichte, die aktuellen Herausforderungen und die gesellschaftlichen Perspektiven von Sinti und Roma zu informieren und auszutauschen.

Die Veranstaltung wurde mit einem Grußwort von Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e. V., eröffnet. In seiner Rede betonte er die Bedeutung von Aufklärung, Dialog und gesellschaftlicher Verantwortung im Kampf gegen Antiziganismus.

„Antiziganismus ist kein Problem der Vergangenheit – er ist eine Realität unserer Gegenwart. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen, hinschauen und aktiv für eine gerechte und diskriminierungsfreie Gesellschaft eintreten“, so Dr. Küçükkaraca.

Im anschließenden historischen Input gab Rolf Ulrich Schlotter einen eindrucksvollen Einblick in die Kontinuitäten antiziganistischer Diskriminierung – von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Seine Ausführungen machten deutlich, wie tief Vorurteile in gesellschaftlichen Strukturen verankert sind und wie wichtig eine konsequente Aufarbeitung ist.

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion mit Bettina Aust (Stadtpräsidentin der Landeshauptstadt Kiel), Gerwin Stöcken (Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport der Landeshauptstadt Kiel), Rolf Ulrich Schlotter sowie Berry Paskowski (beide stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma - Landesverband Schleswig-Holstein).

In einer engagierten und konstruktiven Diskussion wurden zentrale Fragen behandelt: die historische Verantwortung von Politik und Gesellschaft, konkrete Maßnahmen gegen Antiziganismus, die Rolle der Kommunen sowie Perspektiven für mehr Teilhabe und Sichtbarkeit. Dabei wurde deutlich, dass der Abbau von Diskriminierung eine gemeinsame Aufgabe ist, die nur durch Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Akteure gelingen kann.

Die Veranstaltung bot nicht nur fachlichen Austausch, sondern auch Raum für persönliche Begegnungen und offene Gespräche. Viele Teilnehmende hoben die wertschätzende Atmosphäre und die Relevanz des Themas hervor.